Photovoltaik: Solarstrom und Solarzellen in Theorie und Praxis
Das Wort Photovoltaik ist eine Zusammensetzung aus dem griechischen Wort für Licht und dem Namen des Physikers Alessandro Volta. Es bezeichnet
die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie mittels
sog. Solarzellen. Unter dem Photoeffekt versteht man die Freisetzung von positiven und negativen Ladungsträgern in einem Festkörper durch Lichteinstrahlung. Der Begriff „solar“ ist hier eigentlich falsch, da „solar“ sich auf Thermisches bezieht (z.B. auf Warmwasseraufbereitung). Es sind immer Photovoltaikzellen gewesen, die mit Hilfe von Sonnenlicht Strom erzeugt haben. In der Umgangssprache nennt man diese eben Solarzellen.
Solarzellen bestehen aus mehreren Halbleitermaterialien. Halbleiter sind Stoffe, die unter Zufuhr von Licht oder Wärme elektrisch leitfähig werden, während sie bei tiefer Temperatur isolierend wirken. Über 95 % aller auf der Welt produzierten Solarzellen bestehen aus dem Halbleitermaterial Silizium (Si).
An diesem Übergang zwischen Leitfähigkeit und Isolierung baut sich ein inneres elektrisches Feld auf, das zu einer Ladungstrennung der bei einem Lichteinfall freigesetzten Ladungsträger führt. Über Metallkontakte kann eine elektrische Spannung abgegriffen werden. Wird der äußere Kreis geschlossen, das heißt ein elektrischer Verbraucher angeschlossen, fließt Gleichstrom. Man braucht einen Wechselrichter, um ihn in Wechselstrom umzuwandeln. Eine durchsichtige Antireflexschicht dient zum Schutz der Zelle. Reflexionsverluste an der Zelloberfläche werden reduziert.
Je nach Kristallart unterscheidet man drei Solarzelltypen: monokristallin, polykristallin und amorph. Zur Herstellung von monokristallinen Siliziumzellen benötigt man reines Halbleitermaterial. Silizium wird zum Schmelzen gebracht. Daraus werden dann einkristalline Stäbe gezogen und anschließend in dünne Scheiben gesägt. Dieses Herstellungsverfahren garantiert sehr hohe Wirkungsgrade.
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Kostengünstiger ist die Herstellung von polykristallinen Zellen. Dabei wird flüssiges Silizium in Blöcke gegossen, die anschließend in Scheiben gesägt werden. Bei der Erstarrung des Materials bilden sich verschieden große Kristallstrukturen aus, an deren Grenzen Defekte auftreten. Diese Kristalldefekte haben leider einen geringeren Wirkungsgrad der Solarzelle zur Folge.
Wird eine Siliziumschicht auf Glas oder anderes Substratmaterial abgeschieden, spricht man von amorphen oder Dünnschichtzellen. Die Schichtdicken betragen weniger als 1 µm (Dicke eines menschlichen Haares: 50–100 µm), sodass die Produktionskosten allein wegen der geringeren Materialkosten niedriger sind. Die Wirkungsgrade amorpher Zellen liegen allerdings noch weit unter denen der anderen beiden Zelltypen. Anwendung finden sie vor allem im Kleinleistungsbereich (Uhren, Taschenrechner) oder als Fassadenelemente.
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